Lehre
Ausgewählte Themen des Modellbasierten Sicherheits-Engineerings
Block-Seminar (2 SWS)
Seminar Master: Schwerpunkt
(A) Software, Sicherheit und Verifikation Diplom: Schwerpunkte 1
(Software-Konstruktion) und 5 (Sicherheit und Verifikation)
Seminartermine:
-
Vorbesprechung: Montag, 10.10.2011, 13.00, OH14 Raum 305.
Themenvergabe; Tipps und Organisatorisches; Fragen zu
den Vorträgen; etc. (ANWESENHEITSPFLICHT !)
Folien (inkl.
weitere Hinweise !)
-
Blockseminar-Termin: Mi 15. - Fr 17.02.2012 (!!!
GEÄNDERT !!!), Raum OH14/304
Zeitplan der Vorträge des Blockseminars
| Datum |
Zeit |
Vortragender |
Thema |
| Mi 15.02.12 |
13:00 |
Marco Pfahlberg |
Einführung in UMLsec |
| Mi 15.02.12 |
14:00 |
Lars Ostwald |
UML-Maschinen und ihre Semantik |
| Mi 15.02.12 |
15:00 |
Lukas Lerche |
Grundlagen des expliziten Model Checkings |
| Mi 15.02.12 |
16:00 |
Aike J Sommer |
Model Checking mit LTL |
| Do 16.02.12 |
13:00 |
Viktor Mucha |
Modellbasiertes Return On Security Investment |
| Do 16.02.12 |
14:00 |
Stefan Plaga |
Event-basierte Modellierung von Geschäftsprozessen |
| Do 16.02.12 |
15:00 |
Julia Werdelmann |
Homomorphe Verschlüsselung |
| Fr 17.02.12 |
13:00 |
Christoph Kröger |
Sicherheitslücken in Cloud Computing Umgebungen |
| Fr 17.02.12 |
14:00 |
Sylwia Melnarowicz |
Grundbegriffe der Ontologie |
| Fr 17.02.12 |
15:00 |
Dmytro Galytskyy |
Ontologien für Sicherheit und Compliance in Clouds |
| Fr 17.02.12 |
16:00 |
Wei Cai |
tba |
Von den TeilnehmerInnen wird erwartet:
- Ein Vortrag von mindestens 45 Minuten. (Richtwert: 60
Min., inklusive Diskussion)
- Eine schriftliche Ausarbeitung von ca. 15 Seiten
- Aktive Teilnahme an den Seminarvorträgen
- Weitere Informationen siehe hier: Folien (inkl. weitere Hinweise !)
Überblick:
Entwicklung und Pflege vertrauenswürdiger,
sicherheitskritischer Systeme sind große Herausforderungen.
Es werden viele softwareintensive Systeme entworfen, realisiert
und eingesetzt, die gravierende Sicherheitslücken aufweisen.
Wir wissen das aus eigener Erfahrung und aus Schlagzeilen
über spektakuläres Fehlverhalten von Systemen bzw.
über erfolgreiche Angriffe auf sie. Die Gründe
dafür sind vielfältig. Manchmal fehlt den Entwicklern
das notwendige Sicherheitsbewußtsein, oft fehlen die
notwendigen Kenntnisse über die Entwicklungsprozesse,
-methoden, -verfahren und -werkzeuge oder sie werden nicht
eingesetzt, weil man sich den vermeintlich zu großen Zeit-
und Kostenaufwand beim derzeitigen Konkurrenzdruck nicht leisten
zu können glaubt. Beim Engineering oder Reengineering
sicherheitskritischer Softwaresysteme stellen sich u.a. folgende
Fragen:
- Welche Methoden gibt es für ein umfassendes
Risikomanagement, mit denen Experten aus den
Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen eine
vollständige Analyse der Sicherheitsrisiken
durchführen und Vorschläge zu ihrer angemessenen
Behandlung ableiten können?
- Welche Methoden gibt es für das Engineering bzw.
Reengineering sicherheitskritischer Systeme, für die
Auswahl eines geeigneten Entwicklungsprozesses und geeigneter
Werkzeuge sowie zur Qualitätssicherung?
- Welche Werkzeuge gibt es, die z.B. die
Geschäftsprozessmodelle, UML-Systemspezifikationen,
Software-Quelltexte und Konfigurationsdateien automatisch auf
Sicherheit analysieren können?
- Kann man z.B. mit UML oder CASE-Werkzeugen wie
AutoFocus Sicherheitsanforderungen einfach und intuitiv
spezifizieren? Und gibt es Werkzeuge für Simulation,
Konsistenzprüfung, Codegenerierung, Verifikation und Test
der Sicherheitsaspekte?
- Sind die erstellten Modelle als Dokumentation für
die Zertifizierung nach relevanten Standards brauchbar?
Zielsetzung:
Das Seminar untersucht Antworten auf diese Fragen. Die
Teilnehmenden werden die Anforderungen an sicherheitskritische
Systeme und die Bedrohungsarten verstehen. Sie erhalten einen
Überblick über die vorhandenen Techniken zur Vermeidung
von Sicherheitsrisiken und Abwehr von Bedrohungen. Sie werden die
Besonderheiten beim Management sicherheitsrelevanter
Softwareprojekte, den Nutzen von Sicherheitsaufwendungen und die
einschlägigen Normen und Verordnungen kennen.
Schließlich werden sie sich intensiv mit modellbasierten
Techniken zur Entwicklung sicherheitskritischer Systeme sowie zur
Analyse und zum Reengineering existierender Software
beschäftigt haben, die damit gewonnenen Praxiserfahrungen
einschätzen können, und einen Überblick über
vorhandene Werkzeuge und deren Leistungsfähigkeit haben.
Mögliche Themen:
Werden beim Vorbereitungstreffen vorgestellt. Beispiele für
mögliche Themen sind:
- Sicherheitslücken in Cloud
Computing Umgebungen
Auslagerungen von Prozessen und
Diensten in Cloud Computing Umgebungen bietet nicht nur den
Benutzern Möglichkeiten z.B. zur Kostenreduktion sondern
auch Angreifern neue Angriffsvektoren z.B. die Möglichkeit
durch Angriffe auf die Virtualisierung oder die Interfaces der
Cloud unberechtigten Zugang zu erhalten. Der Vortrag soll eine
Übersicht über bereits bekannte Angriffe auf Cloud
Computing Umgebungen geben und dabei einzelne Angriffe
detailliert vorstellen. Vorgestellt werden könnten z.B.
cross-VM side-channel attacks, die dem Angreifer unberechtigten
Zugriff auf Informationen anderer Cloud Computing Benutzer
ermöglichen, oder XML Signature Element Wrapping attacks,
die den Angreifer unberechtigt Befehle ausführen lassen. Literatur:
[RTSS09], [GJLS09],
[ESA-02] Ansprechpartner:
Sebastian
Pape
- Homomorphe Verschlüsselung
Die
Auslagerung von Prozessen und Berechnungen in Cloud Computing
Umgebungen birgt insbesondere in Hinsicht auf Datenschutz und
Compliance zahlreiche Risiken. Eine Möglichkeit diesen
Risiken entgegenzuwirken ist die Verschlüsselung von Daten
in der Cloud Computing Umgebung. Wählt man ein homomorphes
Verschlüsselungsverfahren, so können in der Cloud
trotz der Verschlüsselung noch hinreichend sinnvolle
Berechnungen ausgeführt werden. Der Vortrag soll
homomorphe Verschlüsselung anhand des "ring learning with
errors" (Ring LWE) Problems vorstellen und derzeitige
Einsatzmöglichkeiten sowie Probleme beim Einsatz
homomorpher Verschlüsselung aufzeigen. Literatur: [O10],
[LPR10],
[LNV11] Ansprechpartner:
Sebastian
Pape
- UML-Maschinen und formale Sicherheit
Für
die formale Prüfung von Sicherheit werden häufig
formale Modelle genutzt. Für UMLsec ist das formale Modell
durch UML-Maschinen gegeben. Dieser auf State-Maschinen
aufbauende Formalismus kann genutzt werden, um UMLsec eine
Semantik zu geben. Gleichzeitig eignen sich diese Maschinen
einen Angreifer zu modellieren. Die auf den Maschinen
definierten Verfeinerungsbegriffe können
anschließend genutzt werden, um Bedrohungen des
UMLsec-Modells zu analysieren. Dieses Thema soll
zwischen zwei oder drei Teilnehmern aufgeteilt werden. Eine
Kooperation, um die Vorträge aufeinander abzustimmen, wird
erwartet. Eine natürliche Trennung ist gegeben durch die
formalen Grundlagen der UML-Maschinen bzw. der aus ihnen
zusammengesetzten Systeme und der Nutzung der Verfeinerung, um
die Abwesenheit bestimmter Angriffsprobleme zu zeigen. Literatur:
Jürjens, J. Umlsec: Extending uml for secure systems
development. UML 2002 —The Unified Modeling Language
(2002). Ansprechpartner: Thomas
Ruhroth
- Grundlagen des expliziten Model
Checking
An viele der heute verwendeten Computersysteme
werden Sicherheitsanforderungen gestellt, die allein mit
testbasierten Verfahren nicht sichergestellt werden können.
Model Checking bietet die Möglichkeit, für ein gegebenes System
geforderte Eigenschaften formal nachzuweisen. Ziel des
Vortrags ist die Darstellung des grundsätzlichen Vorgehens beim
Model Checking, einschließlich der möglichen Formalismen
(insbesondere Kripke-Strukturen), und praktische Grenzen der
Anwendbarkeit. Weiterhin soll mit CTL eine der für die
Spezifikation genutzten Logiken vorgestellt werden. Literatur:
z.B. Clarke, Grumberg, Peled "Model Checking"
- Model Checking mit LTL
Die
"Linear temporal logic" (LTL) stellt neben CTL eine weitere
Möglichkeit dar, Anforderungen an ein System zu formalisieren.
Diesen Formalismus vorzustellen ist Teil des Vortrags.
Weiterhin sollen existierende Optimierungsmethoden erklärt und
in ihren Eigenschaften verglichen werden, die den praktischen
Einsatz von Model Checkern erleichtern bzw. teilweise erst
möglich machen. Als Referenz kann hierbei das Programm "SPIN"
dienen. SPIN ist ein Model Checker mit Unterstützung für LTL. Literatur:
z.B.
- Stephan Kleuker "Formale Modelle der
Softwareentwicklung"
- Gerard Holzmann "The SPIN model checker"
- Ontologien für Sicherheit und
Compliance in Clouds
Cloud Computing hat sich zu einem
echten Hype entwickelt. Gerade für kleinere und
mittelständische Unternehmen ist es sinnvoll, Prozesse in eine
Cloud auszulagern statt selbst in teure IT-Ressourcen zu
investieren. Bei der Verarbeitung von vertraulichen Daten
stellt sich jedoch zunehmend die Frage nach
Sicherheitsanforderungen an die Cloud und inwiefern
Compliance-Regularien beachtet werden. In der Literatur
sind bereits erste Ontologien und Referenzmodelle für
Sicherheitsanforderungen und Compliance-Regularien vorgestellt
worden. Im Vortrag soll grundlegend das Konzept von Ontologien
und semantischen Netzen am Beispiel von Cloud Computing und
Sicherheit bzw. Compliance erläutert und die bestehenden
Ontologien diskutiert werden. (Das Thema kann ggf. auf zwei
Teilnehmer ausgedehnt werden.) Literatur: [GMT11],
[MT11]
Ansprechpartner: Sven
Wenzel
- Artefakt- und Event-basierte
Modellierung von Geschäftsprozessen
Geschäftsprozesse
werden i.d.R. entweder Ereignis-basiert oder Artefakt-basiert
modelliert. In diesem Vortrag soll eine Gegenüberstellung der
beiden Ansätze erfolgen und eine mögliche Kombination beider
diskutiert werden.(Das Thema kann ggf. auf zwei Teilnehmer
ausgedehnt werden.) Literatur: A. Nigam, N.S. Caswell;
Business artifacts: an approach to operational specification,
IBM Sys.J. 42(3), 2003 Ansprechpartner: Sven
Wenzel
- Einige weitere Themen: s. die Kick-off Folien.
Weitere Informationen und Material dazu gibt es auf Anfrage bzw.
bei der Vorbesprechung.
Literatur:
Zusätzliche
Hinweise:
Hilfreiche Hinweise zum Vortrag sind zu finden in
Feedback:
Wir haben großes Interesse an veranstaltungsbegleitendem
Feedback, um auf Änderungswünsche gleich (und nicht
erst im nächsten Semester) eingehen zu können,
beispielsweise per email oder über folgendes anonyme
Kontaktformular.
Studentische
Arbeiten, Hiwi-Verträge:
Im Zusammenhang mit den in der Vorlesung behandelten Themen
werden auch studentische
Arbeiten und Hiwi-Verträge betreut bzw. vergeben.
Kontakt:
Jan Jürjens
Kontakt
Zum
Profil von Prof. Dr. Jan Jürjens
- Zuletzt geändert am
Thu Apr 26 08:14:01 2012
- Impressum
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